KREDITE
Sollzins: Die Verzinsung deiner offenen Kreditschuld verstehen
Der Sollzins beschreibt die vertragliche Verzinsung des geliehenen Geldes. Er hilft dir, den Zinsanteil deiner Rückzahlung nachzuvollziehen. Für den vollständigen Preisvergleich reicht er allein aber nicht aus: Zahlungsplan, Effektivzins und weitere vereinbarte Kosten gehören ebenfalls in deine Prüfung.
Worauf es ankommt
- Sollzins und Effektivzins unterscheiden
- Zeitraum der Zinsbindung prüfen
- Variable Zinsen mit höherem Szenario testen
- Vertraglichen Tilgungsplan zur Kontrolle nutzen
Zinsen fallen auf die offene Schuld an
Bei einem üblichen Tilgungsdarlehen werden Zinsen auf den jeweils noch offenen Betrag berechnet. Wenn deine Zahlungen die Schuld verringern, sinkt bei gleichbleibendem Zinssatz auch die Zinsbelastung für die folgenden Zeiträume. Deshalb verändert sich die Zusammensetzung einer gleichbleibenden Monatsrate: Anfangs ist der Zinsanteil höher, später fließt mehr in die Tilgung. Ein Tilgungsplan macht diese Entwicklung sichtbar. Prüfe darin auch Zahlungstermine und die letzte Rate, denn kleine Rundungsunterschiede oder die genaue Zinsberechnung können zu Abweichungen von einer einfachen Modellrechnung führen.
Feste und variable Vereinbarungen unterscheiden
Ein über die vereinbarte Zeit festgelegter Sollzins schafft eine andere Planungssicherheit als ein veränderlicher Zinssatz. Bei variablen Modellen solltest du nachlesen, wann und nach welchen Regeln Anpassungen möglich sind. Rechne nicht nur mit dem aktuell angegebenen Wert, sondern teste auch eine höhere Belastung. Bei einem fest vereinbarten Kredit muss wiederum klar sein, auf welchen Zeitraum sich die Bindung bezieht. Die genaue Vertragsform entscheidet. Eine allgemeine Aussage zu Kreditarten ersetzt deshalb nicht den Blick in die Bedingungen deines konkreten Angebots.
Für Berechnung und Vergleich die richtige Größe nutzen
Viele einfache Kreditrechner verwenden den jährlichen Sollzins und leiten daraus einen monatlichen Modellzins ab. Für einen Vergleich realer Angebote kommt zusätzlich der effektive Jahreszins hinzu, weil er weitere preisrelevante Vertragsaspekte einbezieht. Vermische beide Größen nicht in derselben Rechnung. Kennzeichne Eingaben und Annahmen deutlich, wenn du Szenarien durchspielst. Die selbst berechnete Rate kann eine hilfreiche Orientierung sein, während der verbindliche Zahlungsplan aus den Vertragsunterlagen stammt. Bei Abweichungen solltest du die Berechnung erklären lassen, statt allein auf die niedrigere Zahl zu vertrauen.
Dein nächster Schritt
Lege deine eigenen Zahlen und die aktuellen Vertragsunterlagen daneben. Unsere Rechner helfen dir, Kosten und Rückzahlung anhand offengelegter Annahmen zu verstehen.
Mit eigenen Zahlen rechnen